Historie
In Armenhäusern lebten vor allem ältere Menschen, die nicht mehr selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten. Sie erhielten dort einen Wohnplatz und tägliche Verpflegung. Die Armenhäuser gehörten früher zum Stadtbild und nahmen nur verarmte Bewohner aus der Stadt selbst auf. Fremden wurde diese Altersversorgung nicht zuteil. Finanziert wurden Armenhäuser in der Regel durch Zuwendungen wohlhabender Bürger, sowie durch Zuschüsse von Stadt und Kirche.

Der Begriff Armenhaus wird heute fast nur noch im übertragenen Sinne (z.B. "das Armenhaus Afrikas") benutzt.

In vielen Orten gab es früher ein Armenhaus. In Nassau wurde es von der Gemeinde errichtet und bot arbeitsfähigen armen Leuten eine Unterkunft. Das Armenhaus in Nassau ist das älteste Gebäude, welches die Gemeinde im Ort besaß.
Im Flurbuch des Vermessungsamtes ist bereits vor 1842 auf diesem Grundstück ein Armenhaus mit dem Eigentümer "Die Kommune" erwähnt.

1867 errichtete man zu diesem Zweck an gleicher Stelle nach Abtragung des alten ein neues Gebäude. Dazu schrieb August Fürchtegott Merkel, Gemeindevorstand von 1850 bis 1874 in Nassau, in seiner Chronik folgendes: "Auch wurde dieses Jahr ein neues Armenhaus gebaut, welches 1500 Thaler kostete".

In einem Schreiben vom 27. April 1867 der Königlichen Brandversicherung an den Gemeindevorstand Merkel wurde der Bau dieses Gebäudes ebenfalls erwähnt.
Im Besitzstandsbuch liest man unter dem Eintrag vom 31. August 1868 den Eigentümer "Die Gemeinde" und "Neubau infolge Abtragung des alten Armenhauses, Armenwohnung in der Etage".

Laut Bauunterlagen erfolgte im Jahre 1932 der Ausbau des Dachgeschosses sowie die Errichtung von Keller- und Holzschuppen. 1933 wurde der Toilettenanbau beantragt und ausgeführt.

Ein weiterer Eintrag vom 30. November 1942 weist wiederum die Landgemeinde Nassau als Eigentümer aus.
Heute